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Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Einführung
2 Virtuelle Maschinen im Unternehmen
3 Virtualisierungssoftware – eine Marktübersicht
4 Auswahl der möglichen virtuellen Maschine
5 Auswahl der richtigen Virtualisierungssoftware
6 Auswahl der richtigen physikalischen Infrastruktur
7 Installation und Update des Wirt-Systems
8 Verwaltung der Virtualisierungssoftware
9 Virtuelle Netzwerke
10 Virtuelle Festplatten
11 Erstellung einer virtuellen Maschine
12 Verwaltung der virtuellen Maschinen
13 VMware VirtualCenter
14 Skriptierung und Programmierung unter VMware und MS Virtual Server
15 Backup, Restore und Disaster Recovery
16 Templates (VM-Vorlagen)
17 Zusatzsoftware
18 Nützliche Adressen im Web
A Clustereinrichtung und Beispielumgebungen
B Kommandozeile und wichtige Dateien
C Häufige Fragen
Stichwort

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VMware und Microsoft Virtual Server von Dennis Zimmer
Virtuelle Server im professionellen Einsatz
Buch: VMware und Microsoft Virtual Server

VMware und Microsoft Virtual Server
geb., mit CD
612 S., 49,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-89842-701-2
Pfeil 12 Verwaltung der virtuellen Maschinen
Pfeil 12.1 VMware GSX Server
Pfeil 12.1.1 Status der virtuellen Maschine
Pfeil 12.1.2 Optionen der virtuellen Maschine anpassen
Pfeil 12.1.3 Fernsteuerung
Pfeil 12.1.4 Innerhalb der virtuellen Maschine
Pfeil 12.2 Microsoft Virtual Server
Pfeil 12.2.1 Status der virtuellen Maschine
Pfeil 12.2.2 Optionen der virtuellen Maschine anpassen
Pfeil 12.2.3 Fernsteuerung
Pfeil 12.2.4 Innerhalb der virtuellen Maschine
Pfeil 12.3 VMware ESX Server
Pfeil 12.3.1 Status der virtuellen Maschine
Pfeil 12.3.2 Optionen der virtuellen Maschine anpassen
Pfeil 12.3.3 Fernsteuerung
Pfeil 12.3.4 Innerhalb der virtuellen Maschine

12 Verwaltung der virtuellen Maschinen

Nach der erfolgreichen Erstellung und Konfiguration ist die virtuelle Maschine betriebsbereit. Im folgenden Kapitel werden Sie den Umgang mit den virtuellen Maschinen kennen lernen. Ob Sie diese nun starten, stoppen oder fernwarten möchten: Wir gehen auf alle diese Themen ein.

Ihre virtuelle Umgebung ist nun erstellt, und die VMs liegen im ausgeschalteten Zustand vor. Nun wollen wir uns nicht nur mit den verschiedenen Status von virtuellen Maschinen beschäftigen, sondern damit, wie man sie verändern oder automatisieren kann. Mittlerweile gehört es bei den drei Produkten nämlich zum guten Ton, ein automatisches Start- oder Stopp-Verhalten der VMs beim Statuswechsel des Wirt-Systems anzubieten. Des Weiteren stehen unterschiedliche Programme zur Fernverwaltung der virtuellen Maschinen bereit. Jedes dieser Programme hat natürlich einen mehr oder weniger eingeschränkten Funktionsumfang und ist deshalb für verschiedene Administrationen besonders geeignet.


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12.1 VMware GSX Server Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Zu den Funktionen des VMware GSX Servers gehören verschiedene Status, in denen eine virtuelle Maschine laufen kann, bzw. ein automatisiertes Verhalten der VMs beim Start oder Stopp des Wirt-Systems. Gerade die Automatisierung ist bei der Servervirtualisierung immens wichtig, weil beim Ausfall des Wirt-Systems (z. B. Stromausfall) alle darauf laufenden virtuellen Server logischerweise ebenfalls ausfallen. Kommt das Wirt-System wieder auf die Beine, wäre es nicht sehr sinnvoll, wenn die VMs einzeln manuell gestartet werden müssten. Das wäre Zeitvergeudung, die überdies Funktionalität kostet.

Die Fernsteuerung der virtuellen Maschinen funktioniert grundsätzlich immer wie ein KVM Switch, d. h., Sie können die VM angefangen beim Bootprozess bis hin zum normalen Betrieb aus der Ferne bedienen. Dieser Fakt ist nicht zu vernachlässigen, da bei einer Anschaffung einer gleichwertigen KVM-Lösung für physikalische Maschinen recht hohe Kosten entstehen können, die bei der VM nicht anfallen.

Sobald die virtuelle Maschine einmal läuft, sollte diese durch spezielle Herstellertools, in diesem Falle den VMware Tools, weiter optimiert werden. VMware Tools gibt es für alle von der VMware-Version unterstützten Gast-Betriebssysteme, darunter viele Microsoft Windows- und Linux-Versionen, aber für auch Netware und FreeBSD.


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12.1.1 Status der virtuellen Maschine Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Man unterscheidet vier Power-Optionen der virtuellen Maschine unter VMware GSX, die in Tabelle 12.1 näher erläutert werden.


Tabelle 12.1 Power-Optionen einer virtuellen Maschine unter VMware GSX

Status Beschreibung

Power On

Anschalten einer virtuellen Maschine

Power Off

Ausschalten einer virtuellen Maschine. Falls die VM läuft, entspricht dies einer Unterbrechung der Stromzufuhr, also einem harten Ausschalten, bei dem es zu Beschädigungen des Gast-Systems kommen kann.

Suspend

Einfrieren des Systems, vergleichbar mit einem Suspend-Modus beim Notebook. Der Suspend-Modus ist nur bei laufenden VMs möglich und sichert den Status der virtuellen Maschine in eine .vmss-Datei.

Resume

Wiederherstellen eines eingefrorenen Systems. Dabei müssen Sie beachten, dass die Maschine mit allen vorherigen Einstellungen urplötzlich wieder im Netzwerk, auftaucht. Das heißt, dass es bei Verwendung von DHCP durchaus passieren kann, dass die VM mit einer mittlerweile anderweitig belegten Netzwerkadresse wach wird und damit ein wenig Unruhe ins Netzwerk bringt.

Reset

Neustarten des Systems. Dies entspricht dem Resetschalter einer physikalischen Maschine, d. h., die Stromzufuhr würde kurz unterbrochen und direkt wiederhergestellt. Auch hier kann es zu Schäden am Gast-System kommen, da die VM hart ausgeschaltet wird.


Über diese grundlegenden Power-Optionen hinaus existieren noch Erweiterungen, welche die in Tabelle 12.1 genannten Power-Optionen um Skripte bzw. Funktionen der VMware Tools ergänzen, wie Tabelle 12.2 zu entnehmen ist. Um diese Power-Optionen nutzen zu können, sind zwingend die installierten VMware Tools erforderlich.


Tabelle 12.2 Erweiterte Power-Optionen unter VMware GSX

Status Beschreibung

Shut Down Guest

»Sanftes« Herunterfahren des Gast-Systems über die VMware Tools, die einen normalen Shutdown über das Gast-Betriebssystem einleiten. Logischerweise sind hier die in der VM installierten VMware Tools zwingend erforderlich.

Suspend after running script

Hier wird vor dem Einfrieren des Systems ein Skript, das durch die VMware Tools bereitgestellt wird, ausgeführt.

Resume and run script

Nach dem Aufwecken eines eingefrorenen (suspend) Systems wird ein VMware Tools-Skript ausgeführt.

Power On and run script

Anschalten der virtuellen Maschine mit anschließendem Ausführen eines Skriptes. Das Skript wird durch die VMware Tools angestoßen und daher auch erst nach deren Laden ausgeführt.

Restart Guest

Der »sanfte« Neustart über die betriebssysteminternen Möglichkeiten des Gast-Systems. Es werden keine Schäden wie bei einem normalen Reset in Kauf genommen.


Gerade die erweiterten Power-Optionen bieten sehr interessante Möglichkeiten, werden doch keine harten, möglicherweise schädigenden Aktionen durchgeführt, sondern vielmehr die Funktionen des Gast-Betriebssystems genutzt.

Nun hat gerade die Suspend-Funktion den großen Nachteil, dass beim Aufwecken das System in seinem Ursprungszustand in das »lebende« Netzwerk platzt. Über entsprechende Skripte könnte man beispielsweise eine Neuanfordung an den DHCP-Server oder eine erneute Registrierung in DNS und WINS Server einbauen. Eine solche Anpassung wäre nicht annähernd so risikoreich, wie die Version ohne Skript.

Um diese Power-Optionen auszuführen, existieren beim Standard VMware GSX Server wieder die zwei bekannten Oberflächen, MUI und VMware Console. Innerhalb der VMware Virtual Machine Console müssen Sie erst die virtuelle Maschine öffnen oder über das Inventory auswählen. Danach können Sie über das Kontextmenü (rechte Maustaste) oder über die vier Symbole die gewünschte Power-Option auswählen. Allerdings finden Sie auch die erweiterten Power-Optionen nur über die Funktion Power (Abbildung 12.1), sobald eine virtuelle Maschine mit installierten VMware Tools ausgewählt wurde.

Abbildung 12.1 Innerhalb der VMware Virtual Machine Console erreicht man die Power-Optionen der virtuellen Maschinen über den Menüpunkt Power

Innerhalb der MUI finden Sie schon auf der Startseite eine Übersicht aller verfügbaren virtuellen Maschinen. Ansprechen können Sie die Power-Optionen über das Symbol direkt links neben dem Namen der virtuellen Maschine. Sobald Sie es Anklicken, erweitert sich das Symbol um alle weiteren, zur Auswahl stehenden Power-Optionen (Abbildung 12.2).

Abbildung 12.2 Power-Optionen innerhalb der MUI

Ein Klick auf den kleinen Knopf direkt rechts neben dem Bildschirmsymbol der virtuellen Maschine genügt, und die erweiterten Power-Optionen werden aufgerufen.

Abbildung 12.3 Die erweiterten Power-Optionen innerhalb der MUI des VMware GSX Servers, werden über das kleine »Pfeil-nach-unten«-Symbol direkt neben dem Bildschirmsymbol angesprochen.

Zudem stehen Ihnen innerhalb der Eigenschaften einer virtuellen Maschine auch die Symbole für die normalen Power-Optionen zur Verfügung. In Abschnitt 12.1.4, Innerhalb der virtuellen Maschineerfahren Sie, wie Sie die angesprochenen Skripte einsehen bzw. auch anpassen können.


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12.1.2 Optionen der virtuellen Maschine anpassen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Wie schon in der Einleitung angesprochen, existieren zu jeder virtuellen Maschine Optionen, die individuell angesprochen werden können. Zu den Funktionen gehören kleinere Dinge wie beispielsweise Name und Beschreibung der VM, aber auch konzeptionelle Funktionen wie das Start- Verhalten. Abbildung 12.4 zeigt nicht nur, wie Sie zu den Optionen gelangen, sondern lässt den Punkt Upgrade Virtual Hardware... erkennen, der dazu dient, nach einem Releasewechsel des GSX Servers auch die Hardware auf den neuesten Stand zu bringen. Dies sollten Sie übrigens im abgeschalteten Zustand tun und danach die VMware Tools erneut installieren.

Abbildung 12.4 Der Weg zu den Optionen einer virtuellen Maschine über die VVMC

Zu den Optionen gelangen Sie über die VVMC, wie in Abbildung 12.4 zu sehen, mittels Edit virtual machine settings oder VM Settings, wenn Sie bereits eine virtuelle Maschine ausgewählt haben. Unter der MUI funktioniert es ganz ähnlich: Dort müssen Sie den Namen der virtuellen Maschine unter dem Reiter Display Name einfach anklicken, und als Ergebnis zeigen sich die Eigenschaften der virtuellen Maschine, in denen dann ein weiterer Reiter namens Options zu sehen ist. Da unter der VVMC mehr Funktionen zur Auswahl stehen und alle Funktionen der MUI abgedeckt werden, will ich mich auf deren Beschreibung beschränken.

Abbildung 12.5 Der Reiter General innerhalb der Optionen enthält die allgemeinen Einstellungen einer VM, wie Name oder Arbeitsverzeichnis.

Wenn Sie innerhalb der Auswahl Options sind, wird Ihnen eine Auflistung von verschiedenen Settings angezeigt, in Abbildung 12.5 ist dies der Reiter General. Hier können Sie den Anzeigenamen der virtuellen Maschine, das Gast-Betriebssystem und das Ablageverzeichnis für die REDO Logs und Snapshot-Dateien angeben bzw. Ihren Wünschen gemäß anpassen. Von der Einstellung des Ablageverzeichnisses einmal abgesehen haben die Einstellungen keine Auswirkung auf die bestehende Konfiguration der VM, d. h., der Anzeigename ändert nichts an dem Namen der Konfigurationsdatei oder dem des Verzeichnisses. Ebenso werden keine Geräteeinstellungen verändert, wenn Sie hier ein anderes Gast-Betriebssystem wählen. Und bedenken Sie, dass dieser Name wirklich nur Ihrer Orientierung dient und absolut keine Auswirkungen auf den Namen des Rechners innerhalb der virtuellen Maschine hat.

Der nächste Reiter namens Power (Abbildung 12.6) dient mehr der Anpassung der Benutzerumgebung. So kann man hier die Powerknöpfe Stop und Restart umstellen oder die virtuelle Maschine direkt im Vollbildmodus starten lassen. Letzteres bietet sich in einer Serverumgebung allerdings kaum an. Anders verhält es sich mit der Möglichkeit, VMware Tools-Skripte anlässlich bestimmter Gegebenheiten ausführen zu können, wie z. B. vor einem Abschalten oder nach dem Starten einer VM.

Abbildung 12.6 Unter der Power-Funktion können Sie die Power-Optionen ändern bzw. mit den von Ihnen gewünschten Werten vorbelegen.

Alle Funktionen innerhalb des Reiters Snapshot wurden schon in Kapitel 10, Virtuelle Festplatten, eingehend besprochen. Falls Sie nicht mehr genau wissen, was es mit diesen Snapshots auf sich hat, lesen Sie bitte dort noch einmal nach.

Abbildung 12.7 Dies ist eine der wichtigsten Optionen überhaupt, da hier die Schaltzentrale für das Start-/Stopp-Verhalten der virtuellen Maschine ist.

Unter der Auswahl Permissions verbirgt sich die Einstellung make this virtual machine private, was im Endeffekt nichts weiter als eine Rechteanpassung im Dateisystem bedeutet, sodass nur der zu diesem Zeitpunkt angemeldete Benutzer Zugriff auf die virtuelle Maschine hat. Diese Option wäre z. B. für virtuelle Maschinen interessant, die sich im Teststadium befinden.

Nun kommen wir zu dem wahrscheinlich wichtigsten Punkt, nämlich dem Startup/Shutdown-Verhalten (Abbildung 12.7) der virtuellen Maschine. Ganz wichtig ist die Einstellung des zu verwendenden Benutzers für den Prozess der virtuellen Maschine im Wirt-System. Wenn Sie einen automatisierten Start- bzw. Stopp-Prozess verwenden wollen, sollten Sie hier auf keinen Fall User that powers on the virtual machine auswählen. Wenn Sie das Systemkonto oder einen festgelegten Benutzer einstellen, laufen alle virtuellen Maschinen weiter, auch wenn der Benutzer sich vom Windows Wirt-System abmelden sollte.


TIPP
Bei Auswahl des angemeldeten Benutzers, übrigens Standardeinstellung, werden, wenn er sich denn abmeldet, alle durch den Benutzer gestarteten virtuellen Maschinen abgeschaltet! Also Vorsicht! Sinnvollste Auswahl ist hier normalerweise Local System Account, es sei denn, Sie wünschen wegen der erhöhten Sicherheit einen festen Benutzer.

Nachdem Sie den Benutzer umgestellt haben, steht auch das automatisierte Start-/Stopp-Verhalten der virtuellen Maschine beim Herunterfahren oder Starten des Wirt-Systems bereit. Diese Einstellung sollten Sie auch nutzen, da es eine geringere Ausfalldauer bedeutet. Leider hat diese Option nicht nur Vorteile, denn bei einem Wirt-System, dass in einem Loop (ständiges Neustarten) durch beispielsweise einen Hardwaredefekt hängt, werden auch alle virtuellen Maschinen ständig neu gestartet, was unter Umständen zu Problemen führen kann. Übrigens ist diese Auswahl nur unter einem Microsoft Windows-Wirt-System vorhanden.

Abbildung 12.8 Erweiterte Einstellungen für die virtuelle Maschine

Falls Sie Laufzeitprobleme bei mancher Software innerhalb einer virtuellen Maschine haben, können Ihnen die beiden Optionen innerhalb der Auswahl Advanced (Abbildung 12.8) weiterhelfen. Über Run with debugging Information wird eine erweiterte Protokollierung eingeschaltet, die dem VMware Support bei der Problemlösung helfen kann. Finden können Sie dieses Protokoll an gewohnter Stelle im Homeverzeichnis der virtuellen Maschine unter dem Namen vmware.log. Zudem ist von Software zu lesen, die mit der VMware Acceleration, also der »künstlichen« Beschleunigung der Prozesse innerhalb der virtuellen Maschine, auf Kriegsfuß steht. Dies kann schlimmstenfalls die Performance des gesamten Wirt-Systems beeinträchtigen. Das Abschalten der Prozessoptimierung kann solche Probleme lösen. Allerdings sollten Sie mit dieser Option sehr vorsichtig umgehen bzw. sie idealerweise sogar nur temporär abschalten, weil sonst die Systemleistung der VM deutlich leiden kann.


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12.1.3 Fernsteuerung Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Ein besonderes Highlight bei allen Servervirtualisierungsprodukten ist die Fernsteuerung der virtuellen Maschinen. Diese Fernsteuerung ist mit den »KVM over IP Switches« vergleichbar, bietet aber noch deutlich mehr. Hier wird relativ schnell klar, welche Vorteile durch die Virtualisierung entstehen, sei es durch die Möglichkeit des An-/Abschaltens oder des Wechselns der im Laufwerk eingelegten CD mittels ISO CD Images.

VMware GSX bietet Ihnen diese Fernsteuerung über die VMware Virtual Machine Console an, also dem Standard-Administrationsprogramm.

Abbildung 12.9 Fernsteuerung beim Anschalten einer virtuellen Maschine

Sobald Sie eine virtuelle Maschine einschalten oder im Inventory eine eingeschaltete virtuelle Maschine auswählen, wird direkt auf den Fernsteuerungsmodus (Abbildung 12.9) gewechselt.

Ab jetzt steht Ihnen die virtuelle Maschine vom Startvorgang über das BIOS, die Betriebssysteminstallation bis zum fertig installierten Server mit Maus, Tastatur und Monitor zur Verfügung.

Falls Sie beim Einschalten F2 (Abbildung 12.10) drücken, steht Ihnen ein komplettes BIOS, wie Sie es von physikalischen Rechnersystemen her kennen, zur Konfiguration bereit. Alle Konfigurationen sind individuell pro virtuelle Maschine in der Datei nvram im Homeverzeichnis abgelegt. Hier können Sie nur den Bootvorgang oder auch die BIOS-Uhr beeinflussen. Gerade die Änderung der Bootreihenfolge kann aber von großer Bedeutung sein, aber das kennen Sie ja von physikalischen Maschinen auch. Eine kleine Anmerkung zur Uhr: Eine VM hat ein Problem, denn ausgeschaltet verfügt sie über kein batteriegepuffertes CMOS, mit der Folge, dass nach dem Anschalten der virtuellen Maschine die Systemzeit aktualisiert werden muss. Das können Sie innerhalb der VM mit der entsprechenden VMware Tools-Option oder mit einem Zeitserver tun.

Abbildung 12.10 Beim Starten F2 gedrückt halten und schon landet man im BIOS der virtuellen Maschine.

Abbildung 12.11 Installation des SuSE Linux Enterprise Servers innerhalb der virtuellen Maschine

Sobald Sie das BIOS wieder verlassen haben bzw. der Bootvorgang weiterläuft, wird je nach Einstellung über PXE, lokale Festplatte oder CD-ROM gebootet. In Abbildung 12.11 habe ich ein ISO Image der SuSE SLES Installations-CD eingelegt und darüber gestartet. Nun kann ich ganz normal mein Betriebssystem installieren und auf die angeschlossenen virtuellen Geräte zugreifen.

Abbildung 12.12 Während der Laufzeit einer virtuellen Maschine, können einige Einstellungen, wie beispielsweise die eingelegte CD-ROM, direkt angepasst werden.

Nach dem Start des Betriebssystems (Abbildung 12.12) können Sie fast ganz normal mit der virtuellen Maschine arbeiten. Während der gesamten Fernsteuerungssitzung erreichen Sie über die Menüleiste die schon angesprochene Auswahl VM, mit der Sie einige Hardwareeinstellungen anpassen können. Beispiele hierfür wären die Anpassungen für Wechseldatenträger (Diskette, CD) und die Netzwerkkarten (aktiv/inaktiv, Netzwerkzurodnung). Darüber hinaus können Sie über Ctrl + Alt den Tastaturfokus wechseln oder sich die sonstigen, derzeit über Fernsteuerung verbundenen Benutzer anzeigen lassen. Auf die Menüauswahl die Installation der VMware Tools kommen wir später noch zurück.

Die Umschaltung des Fokus zwischen virtueller Maschine und dem Administationsrechner (da sich die Fernsteuerung überall im Netzwerk installieren lässt, ist das Wirt-System meist außen vor) ist bis zur Installation der VMware Tools nur manuell über eine Tastenkombination möglich. Diese Tastenkombination ist sehr wichtig, sind doch während der Fernsteuerung sowohl Maus als auch Tastatur der VM zugeordnet und können daher auf dem Administrationsrechner nicht verwendet werden.

Abbildung 12.13 Hotkey der VVMC, immens wichtig während einer Fernsteuerungssitzung

Diese Tastenkombination kann, wie Sie sich sicherlich erinnern, über den Menüpunkt Edit Preferences angepasst werden. Die Standardeinstellung ist Ctrl + Alt , d. h., wenn Sie Maus und Tastatur dem Adminstrationsrechner zuordnen wollen, müssen Sie einfach diese beiden Tasten gleichzeitig drücken.

Dieser wichtige »Affengriff« ( Strg + Alt + Entf oder Ctrl + Alt + Del ), funktioniert bei der Fernsteuerung der VM auch ein wenig anders, die Entf -Taste wird einfach durch die Einfg - bzw. Ins - Taste ersetzt, also Strg + Alt + Einfg . Weil diese Tastenkombination sowohl durch das Betriebssystem des Administratorrechners als auch durch die virtuelle Maschine erkannt werden kann, muss zwingend eine Unterscheidung zwischen den beiden Systemen erfolgen.

Übrigens können Sie die Fernsteuerung über View Full Screen auch im Vollbildmodus betreiben, was ich allerdings nur bei Administrationsarbeitsplätzen mit geringer Auflösung empfehlen kann. Falls Ihr Rechner über eine Auflösung ab 1024x768 verfügt ist die Bedienung im normalen Modus meines Erachtens praktischer. Wenn Sie aus dem Vollbildmodus zurück in den normalen Modus wollen, genügt die oben genannte Tastenkombination.


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12.1.4 Innerhalb der virtuellen Maschine topZur vorigen Überschrift

Sobald die virtuelle Maschine fertig installiert ist, sollten Sie schnellstmöglich die VMware Tools installieren, die entscheidend zur Leistungsoptimierung der VM beitragen. Die VMware Tools sind für alle unterstützten Gast-Betriebssysteme verfügbar, darunter so gut wie alle Microsoft Windows-Versionen und verschiedene Linux-Derivate.

Was enthalten die VMware Tools?

  • optimierte Treiber für die virtuellen Geräte, dadurch wesentlich verbesserte Gesamtleistung und höhere Grafikauflösungen
  • deutlich verbesserte Mauskontrolle
  • Heartbeat für eine Kontrolle durch die Virtualisierungssoftware
  • Shrink für die virtuelle Festplatte
  • Zeitsynchronisation mit dem Wirt-System
  • Skripte zur Gast-Betriebssystemkontrolle bei Statusänderungen (beispielsweise bei einem Neustart)
  • »sanftes« Herunterfahren des Gast-Betriebssystems
  • »seamless Window«, d. h., die Steuerung des Tastatur-/Maus-Fokus wird automatisiert

Allein die optimierten Treiber sind schon Grund genug für eine Installation der VMware Tools.

Doch nun zur Installation selbst, die bei Microsoft Windows und Linux erwartungsgemäß unterschiedlich vonstatten geht, weshalb ich beide Installationen getrennt voneinander betrachte.

Der erste Schritt ist allerdings noch für beide gleich, das Anstoßen der VMware Tools nämlich. Innerhalb der VVMC wählen Sie, während Sie die laufende VM fernsteuern, den Punkt VM Install VMware Tools aus, woraufhin im Endeffekt nur die VMware Tools-CD in das virtuelle CD-Laufwerk »eingelegt« wird.

Falls Sie eine virtuelle Maschine ohne CD-ROM-Laufwerk aufgesetzt haben und auch nicht temporär eines hinzufügen wollen, finden Sie die VMware Tools im VMware-Programmverzeichnis als linux.iso, windows.iso, netware.iso oder freebsd.iso. Diese Datei können Sie dann entpacken und die extrahierten Dateien über das Netzwerk auf die VM kopieren (z. B. mittels WinISO).

Microsoft Windows

Unter Microsoft Windows wird die CD eingelegt und mit Hilfe der Autorun-Technik das Setup auf der CD direkt ausgeführt, sobald Sie im Folgedialog (Abbildung 12.14) Install anklicken. Falls Sie die Autorun-Funktion deaktiviert haben, müssen Sie das Setup manuell über die CD aufrufen. Ob schon ein Medium eingelegt war, spielt dabei keine Rolle, denn es würde einfach »übermappt«.

Abbildung 12.14 Dieses Anfangsbild erscheint direkt nach dem Anklicken der VMware Tools-Installation. Sobald Sie auf Install klicken, wird die Autorun-Routine gestartet.

Als Nächstes erscheint die Installationsroutine der VMware Tools innerhalb der virtuellen Maschine, d. h., Sie müssen mit der Fernsteuerung die VM selbst bedienen.

Abbildung 12.15 Auswahl der Softwarekomponenten bei der Installation der VMware Tools

Sobald Sie zur Auswahl der Softwarekomponenten kommen (Abbildung 12.15), sollten Sie, obwohl es recht naheliegend wäre, keinesfalls Typical, sondern entweder Complete oder Custom wählen. Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass bei Typical nicht alle Treiber installiert werden, was vor allem bei einer späteren Migration auf andere VMware-Produkte zu Unwägbarkeiten führen kann.

Abbildung 12.16 Dies sollte die Standardauswahl bei der Installation der VMware Tools sein.

Wir gehen nun einmal von der Auswahl Custom aus. Hier werden, wie in Abbildung 12.16 zu sehen, zum einen die Toolbox sowie alle vier wichtigen VMware-Gerätetreiber und der Punkt Shared Folder zur Auswahl angeboten. Bis auf Shared Folder sollten Sie immer alles auswählen und auch installieren lassen, denn Shared Folder ist momentan nur im VMware Workstation-Bereich verwendbar. Es handelt sich dabei um eine virtuelle Datenbrücke zwischen Wirt und Gast, die unnabhängig von Netzwerken oder sonstigen Verbindung ist.

Sehr viel wichtiger sind die Gerätetreiber, die Sie z. B. unbedingt benötigen, wenn Sie auch den leistungsstarken VMXNet-Netzwerkkartentreiber wechseln wollen. Darüber hinaus erhöht sich die Geschwindigkeit der Maus- und Tastatureingaben deutlich und die Bewegungen werden zudem glatter. Eine Bildschirmauflösung größer 640x480 ist erst nach der Installation der Grafikkartentreiber möglich.

Abbildung 12.17 Der mittlerweile etablierte Windows Logo-Test wird von VMware nicht unterstützt.

Wundern Sie sich bei der Installation der Gerätetreiber nicht darüber, dass diese nicht den Windows Logo-Test bestehen (Abbildung 12.17), denn VMware hat diese Gerätetreiber nicht von Microsoft für die entsprechenden Betriebssysteme zertifizieren lassen. Trotzdem können Sie unbesorgt auf Weiter klicken, damit diese Treiber auch wirklich installiert werden.

Bei der Toolbox handelt es sich um eine Sammlung von nützlichen Programmen bzw. Erweiterungen. Es wird Ihnen sofort auffallen, dass zum Wechseln des Fokus zwischen Gast- und Administrationsrechner nicht mehr die Tastenkombination gedrückt werden muss. Dies passiert ab jetzt automatisch, sobald der Mauszeiger aus dem Fernsteuerungsfenster der VM hinaus bewegt wird. Des Weiteren wird eine Zeitsynchronisation mit dem Wirt-System möglich, und es können verschieden Skripte beim Starten und Stoppen ausgeführt werden, wie zuvor schon erwähnt. Zudem kann der Wirt das Gast-System nun sauber herunterfahren.

Abbildung 12.18 Erreichbar sind die VMware Tools über ein Trayicon.

Sobald Sie die VMware Tools fertig installiert haben, steht Ihnen nach dem obligatorischen Neustart neben der neuen Treiberunterstützung ein kleines Trayicon unten rechts neben der Uhr zur Verfügung. Ein Doppelklick oder Rechtsklick darauf genügt, um in die Toolbox zu gelangen. Innerhalb der VMware Tools finden Sie eine Reihe von Einstellungsmöglichkeiten und Informationen.

Abbildung 12.19 Reiter Options der VMware Tools

Wie Sie in Abbildung 12.19 sehen, können Sie direkt im ersten Reiter der VMware Tools die Zeitsynchronisation zwischen Gast- und Wirt-System ein- bzw. ausschalten. Diese Einstellung würde ich in Verbindung mit einer zusätzlichen Zeitsynchronisation (z. B. NTP oder Windows-Zeitgeber) im Unternehmen empfehlen, da so selbst Abweichungen im Sekundenbereich abgefangen werden. Weil die VM, wie bereits erwähnt, keine eigene CMOS-Uhr besitzt, müssen Sie unbedingt die Systemzeit mit dieser Funktion oder mit einer externen Zeitquelle abgleichen. Im Reiter Devices haben Sie die Möglichkeit, die »entfernbaren« Geräte während der Laufzeit der VM einzubinden oder zu entfernen. Zu diesen Geräten gehören CD-ROM-Laufwerke und Netzwerkkarten.

Abbildung 12.20 Hier werden die Skripte hinterlegt bzw. angepasst.

Hinter dem Reiter Scripts verbirgt sich ein für uns deutlich interessanteres Thema, dort sind nämlich die VMware Tools-Skripte zu finden, die Ihnen schon in den Eigenschaften der virtuellen Maschine bzw. den Power-Optionen begegnet sind. Genau diese Skripte sind es, die ausgeführt werden, wenn Sie beispielsweise Resume and run script auswählen. Um Ihnen das Leben ein wenig leichter zu machen, hat VMware schon zu jedem Ereignis ein Skript hinterlegt. Wenn Sie die Skripte benutzen möchten, muss die Checkbox Use Scripts mit einem Häkchen versehen und entweder auf die Standardskripte oder ein eigenes Skript verwiesen werden.

Finden können Sie die Standardskripte im Programmverzeichnis in VMware\ VMware Tools (Abbildung 12.21). In diesen Skripte können Sie ganz normale Befehle und Funktionen wie in einer Windows Batch-Datei nutzen. Zusätzlich stehen Ihnen dann VMware-eigene Funktionen zur Verfügung, mit denen Sie beispielsweise eine IP-Adresse freigeben oder neu anfordern können.

Zum besseren Verständnis schauen wir uns mal die Datei resume-vm-default.bat an.

"<INSTALLDIR>VMip.exe" -renew

Hier wird nichts weiter getan, als mittels der Executable VMip.exe innerhalb des Installationsverzeichnisses der VMware Tools durch –renew eine neue IP-Adresse im Netzwerk anzufordern.

Abbildung 12.21 Alle Standardskripte der VMware Tools im Programmverzeichnis VMware\VMware Tools

Der letzte Reiter von Interesse, Shrink, ist eigentlich eine VMware-Ergänzung zu einer normalen Defragmentierung. Eine Defragmentierung wurde entwickelt, um die Festplattencluster wieder optimiert anzuordnen. Die Daten werden an den äußersten Rand der Festplatte verschoben, weil sie dort am schnellsten ausgelesen werden können. Da Sie innerhalb einer virtuellen Maschine keine wirkliche physikalische Festplatte haben, bringt Ihnen eine Defragmentierung nicht sehr viel. Hier kommt Shrink zum Zuge, das alle Dateien innerhalb der virtuellen Festplattendatei optimal anordnet, also entstandene Datenlöcher stopft.

Abbildung 12.22 Shrinken einer Festplatte ist vor allem beim Export für die Nutzung der VM in einem anderen VMware-Produkt interessant.

Um eine Festplatte zu shrinken, müssen Sie wie in Abbildung 12.22 die entsprechende Partition auswählen und Prepare to shrink auswählen. Nachdem die Vorbereitungen seitens VMware erledigt sind, erscheint eine weitere Meldung des Inhalts, ob Sie nun mit dem Shrinken beginnen wollen. Richtig nützlich ist der Shrink, wenn Sie die virtuelle Festplatte anschließend auf ein anderes Wirt-System verschieben wollen. Durch das Shrinken wird diese virtuelle Festplattendatei u. U. deutlich verkleinert, wodurch Sie beim Kopieren, Exportieren bzw. Importieren sehr viel Zeit sparen können.

Wenn Sie VMware Tools zu einem späteren Zeitpunkt deinstallieren wollen, können Sie dies ganz einfach über die normalen Windows-Hilfsmittel (Software) tun. Ein Update der VMware Tools läuft übrigens vollautomatisch ab, macht aber jedesmal einen Neustart des Gast-Systems erforderlich. Neuversionen der VMware Tools gehen mit jeder Aktualisierung des Wirt-Systems einher. Es ist im Übrigen normalerweise problemlos möglich, eine gewisse Zeit mit älteren VMware Tools innerhalb des Gast-Systems zu arbeiten.

Linux

Vor der Installation sollten Sie noch ein paar Kleinigkeiten beachten. Um jeglichen Problemen aus dem Weg zu gehen, sollten Sie die Kernelquellen des verwendeten Kernels und die Programme make und gcc installieren. Zwingend erforderlich, um alle Funktionen zu nutzen, ist eine funktionstüchtige X11-Installation. Welchen Window Manager Sie verwenden, ist unerheblich, weshalb Sie sich dort frei entscheiden können.

Wie sieht nun die Installation unter Linux aus? Anfangs gibt es keinen Unterschied: Sobald Sie Install VMware Tools auswählen, wird die CD eingelegt. Allerdings gibt es natürlich keinen Autostart, sondern nur eine CD in /dev/cdrom, die Sie mounten können. Zum Mounten geben Sie einfach den folgenden Befehl ein, wobei Gerät und Mountpoint bei Ihnen von den hier angegebenen abweichen können:

mount -t iso 9660 /dev/cdrom /mnt

Falls Sie alle Einstellungen in der fstab konfiguriert haben, reicht meist ein mount cdrom. Wenn Sie nun zu dem Mountpoint wechseln, werden Sie nichts weiter als eine Datei namens tar.gz finden, die Sie mit tar –xzvf vmware-linux-tools.tar.gz entpacken können. Denken Sie daran, dass sie an das tar-Kommando noch einen –C-Pfad hängen müssen, da sonst die Datei auf der schreibgeschützten CD entpackt würde, was natürlich fehlschlägt. Alternativ können Sie natürlich auch die Datei vorher in ein anderes Verzeichnis kopieren. Innerhalb des neu entstandenen Verzeichnisses, das normalerweise den Namen vmware-tools-distrib trägt, finden Sie ein Perl-Skript namens vmware-install.pl, das Sie nun aufrufen müssen.

Abbildung 12.23 Installation der VMware Tools unter SuSE Linux 9.0

Die Installation läuft nun ähnlich wie die VMware GSX Linux-Serverinstallation selbst ab, wobei Sie nach verschiedenen Verzeichnispfaden, in denen Bibliotheken, Programme und Skripte abgelegt werden sollen, gefragt werden (Abbildung 12.23). Grundsätzlich können Sie bei allen Standardpfaden auf eine Anpassung verzichten. Während der Installation wird Ihnen noch angeboten, die VMware Tools-Konfiguration direkt zu starten, was auch zu empfehlen ist. Hier werden dann die benötigten Treiber eingebunden, und Sie werden nach der gewünschten Auflösung der X11-Oberfläche gefragt. Wenn Sie diese Einstellungen zu einem späteren Zeitpunkt nachbessern oder abändern wollen, finden Sie diesen Befehl unter /usr/bin/vmware-config-tools.pl.

Die VMware Tools-Installation (Abbildung 12.24) schließt mit dem Starten der entsprechenden Treiber und Programme von VMware ab. Nun ist alles für die Konsolensitzung eingestellt, und es fehlt nur noch die X11-Oberfläche. Da alle notwendigen VMware-Programme innerhalb der Suchpfade installiert sind, müssen Sie sich so gut wie nie Gedanken drüber machen und können sie einfach über den Prompt aufrufen. Nachdem Sie nun einen X Window Manager gestartet haben, in Abbildung 12.25 ist dies KDE, können Sie über das Kommando vmware-toolbox die VMware Tools aufrufen. Weil der Funktionsumfang identisch ist mit denen der Microsoft Windows-Installation und auch gleich konfiguriert wird, gehe ich nicht nochmals auf die einzelnen Funktionen ein.

Abbildung 12.24 Erfolgreicher Abschluss der VMware Tools Linux-Installation unter SuSE Linux 9.0

Abbildung 12.25 VMware Toolbox innerhalb des KDE Window Managers, der einfach über vmware-toolbox aufzurufen ist

Eine Ausnahme stellen natürlich die VMware-Skripte dar, die über die VMware Tools bei den Power-Optionen ausgeführt werden. Zu finden sind die vier Skripte unter /etc/vmware-tools. In Tabelle 12.3 sind die einzelnen Skripte namentlich benannt und kurz erklärt.


Tabelle 12.3 VMware Tools-Standardskripte

Skriptname Funktion

poweroff-vm-default

Dieses Skript wird vor dem Abschalten des Gast-Systems ausgeführt.

poweron-vm-default

Dieses Skript wird nach dem Anschalten des Gast-Systems ausgeführt.

resume-vm-default

Dieses Skript wird nach dem Aufwecken des Gast-Systems aus dem Suspend Mode ausgeführt.

suspend-vm-default

Dieses Skript wird vor dem Einfrieren des Gast-Systems ausgeführt.


Auch hier sind schon bestimmte Funktionen in den Skripten vorbelegt. Im Falle des Suspend-Skriptes, wird das Netzwerk heruntergefahren, damit die virtuelle Maschine beim »Wachwerden« nicht ins Netzwerk hineinplatzt, alle Netzwerkeinstellungen beibehalten hat und damit in einen Netzwerkadresskonflikt mit einem anderen System gerät.

Hier sehen Sie einen Ausschnitt aus dem Standard Suspend-Skript der VMware Tools, der genau dieses Herunterfahren des Netzwerks anstößt:

if [ -x "$network" ]; then 
      "$network" stop 
# If the network is down, this will fail but that's 
# not a good reason 
# to prevent the suspend. 
      status=0 
else 
      echo \""$network"\" not found 
      status=1 
fi

Achten Sie darauf, bei Anpassungen nicht die Standardskripte zu verändern, sondern eigene anzulegen, weil diese bei jeder Neuinstallation der VMware Tools überschrieben werden. Kopieren Sie sich einfach ein Standardskript, geben ihm einen sprechenden Namen und verändern es Ihren Bedürfnissen gemäß. Sie müssen allerdings innerhalb der VMware Tools diese veränderten Skripte auch angeben, da ansonsten die Standardskripte abgearbeitet werden.

Wenn Sie die VMware Tools deinstallieren wollen, müssen Sie /usr/bin/vmware-uninstall-tools.pl ausführen. Neuere Versionen werden wie auch bei der Windows-Variante mit einer neuen VMware GSX-Version ausgeliefert und sollten im Gast-System aktualisiert werden. Allerdings ist ein gewisser Zeitverzug kein Problem. Das Update selbst läuft vollautomatisch ab, die alten VMware Tools werden deinstalliert und danach folgt die Installation der aktuellen Version.



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